Gerald Heere: Ehrenamt und Freiwilligenarbeit dauerhaft fördern

Gerald Heere: Ehrenamt und Freiwilligenarbeit dauerhaft fördern

 

Über anderthalb Jahre lang arbeiteten Mitglieder aller Fraktionen des Niedersächsischen Landtags in einer Enquete-Kommission gemeinsam mit vielen engagierten Niedersächs*innen daran, die Bedingungen für Freiwillige und Ehrenamtliche in Niedersachsen zu verbessern. In der letzten Landtagssitzung wurde der Abschlussbericht der ‚Enquete Ehrenamt‘ in der Landtagssitzung besprochen. Klar ist: Insbesondere im Schatten des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine ist das ehrenamtliche Engagement für die Geflüchteten in den niedersächsischen Kommunen von immenser Bedeutung.

 

Besonderen Unterstützungsbedarf sieht die Grüne Landtagsfraktion beim wachsenden Anteil vorübergehenden, oftmals auch kurzfristigen (so genannten fluiden) Engagements für einzelne Projekte wie aktuell in der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine. „Das Freiwilligenarbeit der Niedersächs*innen ist vielfältig und stark. Immer mehr, insbesondere junge Menschen, wollen sich flexibel engagieren: Sie erleben eine akute Krise und wollen aktiv werden. Das macht auch die große Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort in Hannoverdeutlich, wie etwa die die vielen Spendenaktionen für den Ukrainischen Verein in Niedersachsen e.V. zeigen“, so Gerald Heere, grüner MdL aus Hannover. „Doch das Land sollte sich auch erkenntlich zeigen, indem die Freiwilligen unterstützt werden und nicht, in dem man gut laufende Programme streicht wie es z.B. im Herbst 2020 der Fall war. Da wurde mal eben der zur Verfügung gestellte Topf für ‚Bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe‘ von knapp 2 Millionen Euro gestrichen. Ehrenamtliche Sprachkurse oder Freizeitangebote für Flüchtlingskinder wurden damit ins Abseits gestellt – ein Fehler, der jetzt umgehend korrigiert werden sollte.“

 

Es sei überfällig, dass die Landesregierung ihre Aktivitäten in einer zentralen Koordinierungsstelle bündele. Mit einer landesweiten Engagement-Strategie soll diese Aufgabe dauerhaft verankert werden. Eine wichtige Herausforderung wird dabei sein, Frauen im Ehrenamt sichtbarer zu machen und mehr Jüngere sowie Menschen mit Migrationsgeschichte für die Freiwilligenarbeit zu gewinnen.

 

"Und Ehrenamt braucht auch Hauptamt“, so Gerald Heereweiter.  „Es braucht gerade für Krisen und den Katastrophenschutz vermehrt hauptamtliche Kräfte, die freiwillige Helfer*innen koordinieren. Dafür gibt es mit den Freiwilligenagenturen, wie auch hier in Hannover schon sinnvolle Einrichtungen, aber leider nicht flächendeckend. Sie sind zudem häufig nur unsicher finanziert. Das muss sich ändern.“

 

 

Hintergrund:

Die 24-köpfige Kommission beschäftigte sich mit Maßnahmen zur Stärkung des freiwilligen Engagements, Lösungsvorschlägen zur Verbesserung der Sichtbarkeit von Frauen und der Nachwuchsgewinnung sowie mit der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt. Dabei lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Wahrnehmung des kommunalen Mandats.

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